OCKENHEIM - Gut 60 Bilder des Mainzer Malers Wolfgang Kanis sind derzeit in den Atelierräumen des Ockenheimer Designers Martin Lesch zu sehen. Sie bekunden Respekt vor der Schöpfung und Demut vor der Natur. Gebirge, Felsformationen, Flüsse, die Ostsee, vor allem aber Bäume stehen im Mittelpunkt von Miniaturen und großformatigen Gemälden. „Weite - Wachsen - Wandeln“ nennt Lesch die Ausstellung in der alten Schule.

Wolfgang Kanis bannt die Weite der Wälder im farblichen Wandel der Jahreszeiten auf Leinwand, Karton oder Holz. Mit den Kiefern der Gonsenheimer Sandflora belegt der Maler die Lebensfähigkeit der Natur über Jahrtausende hinweg, während die bewaldeten Höhenzüge des Morgenbachtals Wachsen und Wandel in der Natur belegen. Die monumentale Eiger-Nordwand oder die mächtigen Formationen des Elbsandsteingebirges halten den Betrachter zu Ehrfurcht vor der Natur an. In „meisterlicher Vielseitigkeit“ habe Kanis seine Werke gestaltet, die in jedem Motiv „die Seele der Schöpfung“ spüren lassen. So sieht es Martin Lesch, langjähriger Freund des Malers, der in Dresden, Freiburg und Mainz lernte und studierte.

Die Ausstellung vermittelt verblüffende Farberlebnisse, bietet aber auch ganz unterschiedliche Sichtweisen der Natur. Die realitätsnahe Darstellung der Eiger-Nordwand zum Beispiel legt den Schluss nahe, dass Natur und Landschaft der Gesellschaft des Menschen nicht zwangsläufig bedürfen. Meer, Seen und Flüsse wie Elbe oder Rhein prägen dagegen die alltägliche Lebenswelt des Menschen, der - selbst Teil der Schöpfung - im Wandel der Wälder Wachstum und Endlichkeit des Daseins erfahren kann. Bilder, die zum Nachdenken animieren, manchmal sogar zwingen.

Quelle: AZ 07.12.2012

Steinbruch
Steinbruch
Rheinlandschaft
Rheinlandschaft
Waldfrühling
Waldfrühling
Labradorit
Labradorit
Schwere See
Schwere See
Herbstabend
Herbstabend
Mondnacht
Mondnacht
Abstraktes Bild
Abstraktes Bild
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